Im „grünen Bereich“ wird noch zu wenig getan

Noch immer bremsen die Beschränkungen im privaten wie öffentlichen Bereich den normalen Gang des Alltags. Hoffen wir gemeinsam darauf, dass sich auch dank der Vernunft und Einsichtigkeit der Mehrzahl von uns allen im Verlauf der nächsten Monate wieder so etwas wie Normalität einstellt.

Anträge für mehr Bürgergerechtigkeit

Zumindest für die kommunale Finanzverwaltung sind wir ein Stück in Richtung Normalität vorangekommen, im Verlauf der Stadtratssitzung am 2. Februar 2021 stieg im übertragenen Sinn weißer Rauch über dem Veranstaltungszentrum auf: Haushaltssatzung und -plan passierten für 2021 die Abstimmung. Und auch wenn unsere Fraktion mit ihren Anträgen für mehr Bürgergerechtigkeit durch Abbau von Vollzugsdefiziten keinen Erfolg hatte, werden wir nicht gleich den Kopf in den Sand stecken.

Eine spannende Thematik wird uns in den nächsten Jahren sicher begleiten und nach hoffentlich sachbezogener Diskussion unsere Kommune voranbringen: Der mit dem notwendigen Ausstieg aus der Kohleverstromung verbundene Strukturwandel auch für das mitteldeutsche Revier bringt über das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ finanzielle Mittel zur Verbesserung wirtschaftsnaher Infrastruktur in die Stadt. Für mögliche Projekte hat die Verwaltung nun einen ersten Aufschlag gemacht. Hier sehen wir dringend Ergänzungsbedarf, vollkommen ausgeblendet wurden bei den Projektideen die Förderbereiche „Digitale Infrastruktur“ und „Naturschutz/Landschaftspflege“, ebenso muss bei der Thematik „Klima- und Umweltschutz“ inhaltlich nachgebessert werden.

Im „grünen Bereich“ wird zu wenig getan seitens der Stadtverwaltung

In der Projektliste spiegelt sich genau das wider, was wir in den Ausschüssen und im Stadtrat immer wieder vor Augen geführt bekommen: Es gibt die Lieblingskinder (Wirtschaft, Stadtentwicklung), dann bereits nachrangiger Wissenschaftsförderung und Tourismus und im „grünen Bereich“ wird fast nur das Unvermeidliche getan – und das leider immer wieder nicht entsprechend der guten fachlichen Praxis (Umgang mit der Fasanerie, Baumfällungen und Ersatzpflanzungen). Dazu beispielhaft ein paar Zahlen: Nach eigenen Angaben ließ die Stadt in den vergangenen zehn Jahren 1.171 Bäume fällen, jedoch lediglich 618 Bäume nachpflanzen.
Eine persönliche Anmerkung sei noch gestattet: Für hörbehinderter Menschen gibt es eine achtzig Jahre alte Erfindung namens Hörschleife. Weder der ehrwürdige Ratssaal noch das moderne Veranstaltungszentrum verfügen über solche Technik. Beim testweisen Anschalten eines alternativen Systems im Veranstaltungszentrum gab es (diesmal in der Realität) lediglich eine Rauchwolke von sich.

Für Fragen, Wünsche und Anregungen sind wir dankbar und für Sie erreichbar: Per Mail (torsten.beyer@gruene-koethen.de / sascha.greiner@gruene-koethen.de) oder nach Absprache auch gerne direkt in unserem Büro in der Kleinen Wallstraße.

Herzliche Grüße
Torsten Beyer

Der Beitrag erschien im Amtsblatt der Stadt Köthen, Ausgabe Februar 2021.

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