Februar: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadrat Köthen informiert

Stadt, Land, Frust – so könnte man den Namen eines sattsam bekannten Spiels abwandeln, um das zu beschreiben, was Einwohner aus Baasdorf in der vergangenen Einwohnerfragestunde den Mitgliedern und Gästen des Bau-, Sanierungs- und Umweltausschusses mitgebracht hatten. Da war nichts zu hören von ländlicher Idylle im mehr als 650 Jahre alten, seit 2004 zur Stadt Köthen gehörenden Dorf. Beklagt wurden vielmehr verschmutzte und beschädigte Straßen, zerstörte Radwege, zerfahrene Feldwege. Als Verursacher wurden landwirtschaftliche Großbetriebe ausgemacht, deren Fahrzeuge eben nicht nur saisonal oder werktags Schmutz und Lärm verursachen. Der Vorschlag der Verwaltung, einen in der Vergangenheit bereits initiierten Runden Tisch wieder zu aktivieren, sollte sehr zeitnah umgesetzt werden. Wir, sowohl die Stadträte als auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, sollten zudem im Auge behalten, dass Köthen mehr ist als das urbane Zentrum und den ländlichen Bereichen der Stadt ebenso unsere Aufmerksamkeit widmen.

Auch wenn der kalendarische Frühling noch gut einen Monat auf sich warten lässt, das winterliche Grau macht schon wieder Platz für freundlichere Farben. Mehr Grün könnte auch dem Marktplatz der Stadt gut zu Gesicht stehen und so ist es begrüßenswert, dass sich der Bauausschuss darauf verständigt hat, eine Arbeitsgruppe aus interessierten Bürgern und Stadträten zu bilden, die sich dieses Themas annimmt. Einige Vorschläge sind schon vorhanden, nun geht es darum, weitere Ideen zu sammeln und diese auf ihre Praxistauglichkeit und (unausweichlich) Finanzierbarkeit zu prüfen. Vorteilhaft fände ich, wenn wir uns nicht nur auf ein „Stadt mach mal“ beschränken würden, sondern mit Bürgersinn und Verantwortung für unsere Stadt auch Eigeninitiative entwickeln und einbringen.

Frischen Wind und neue Ideen wird es ganz sicher auch im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit geben. Mit Streetworkerin Nadine Anhalt und Martinsklubleiterin Anna Stanitz hat die Stadt zwei junge Frauen gewinnen können, die zukünftig mit dazu beitragen werden, dass Köthen auch für die jüngeren Menschen lebensund liebenswert ist. Ganz persönlich aus meiner beruflichen Erfahrung heraus wünsche ich den beiden viel Kraft, Ausdauer und Beharrlichkeit. Kinder sind das Beste, was eine Gesellschaft zu bieten hat, sie benötigten alle nur mögliche Fürsorge und Zuwendung.

Torsten Beyer

Beitrag Amtsblatt Köthen, 28.02.2020

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